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Blick hinter die Kulissen: Designer Max Zimmermann über die TASSEN Mugs

In den neuen Kaffeebechern steckt wieder einmal jede Menge Liebe zum Detail und viele kreative Schritte bis zur vollendeten Form aus 100%-Hartporzellan. Wir wollen in diesem Interview einen Einblick geben, wie die Mugs das Licht der Welt erblickten.

Also rückten wir dem Schöpfer der Mugs, FIFTYEIGHT 3D Mitbegründer und Designer Max Zimmermann auf die Pelle, bis er uns im 58 Products Studio über die Schulter blicken ließ.

Hallo Max, heute geht es um „Mugs“! Wie ist der kreative Prozess auf dem Weg zu einem neuen TASSEN-Produkt?

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Zunächst hatte ich bei den Mugs einige verschiedene Ansätze im Kopf, schließlich galt es im allerersten Schritt, die Grundform der Mugs mit ihren produktionsspezifischen Eigenschaften und Möglichkeiten zu eruieren. Die erste Version war zum Beispiel noch nicht konisch zulaufend, sondern gerade geschnitten. So wie man sich eben einen „biederen“ Büro-Kaffeetasse vorstellt.

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Und dann hast du dir Rückmeldung aus der Herstellung geholt, von wegen ob so etwas auch in der Produktion umsetzbar ist?


Genau, dann kam erstmal aus der Produktion vernichtendes Feedback, was die Machbarkeit angeht. Also musste ich erstmal meinen „Papierkorb entleeren“ und mich von dem ersten Ansatz komplett verabschieden. 


Dann habe ich einiges an Research gemacht und mich wieder aufgemacht. Und eines Tages war plötzlich der Charakter in meinem Kopf und ich sah die Mugs vor Augen. Dann musste ich herausfinden von welchem Gefühlszustand wir sprechen, den die Mugs ausstrahlen.

Experimentierst du dann mit unterschiedlichen Emotionen der gleichen Figur?

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Ich habe ein ganzes Sheet an verschiedenen, durchnummerierten Gesichtsausdrücken erstellt – wie auf dem Foto zu sehen ist. Auf dem Skizzenbild zu dieser Story sieht man die verschiedenen Alternativen im Anschnitt.


Das Feedback aus der Produktion war dann auch positiv und wir wussten, das geht so mit den neuen Mugs.

An dieser Stelle sei gesagt, was wären wir ohne die Profis und Künstler auf Produktionsseite? Mit deren Know-how zur Porzellanherstellung im Rücken ist es doch deutlich leichter, den Weg zum Endprodukt zu finden.   


Dabei war mir aber klar, dass ich einen deutlich forscheren Charakter machen wollte als die bisherigen TASSEN. Daher kam auch ein lustig ausgearbeiteter „grummeliger“ Gemütszustand zustande, den wir jetzt auch produzieren.

So eine „grummelige“ Tasse hat man bislang noch gar nicht gesehen, außer die  schmollende Schale, die ja auch irgendwie süß ist. Was war der Grund?

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Das grummelige Design war eben auch dem Schema entgegengesetzt, es müsse immer „süß, nett und niedlich“ sein. Letztlich sind ja Vielfältigkeit und Unterschiedlichkeit auch einfach interessanter.





Und als du dann die Skizzen hattest, kam das 3D-Rendering Modelling als dreidimensionales Computermodell ins Spiel?

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Genau, dann habe ich angefangen den Burschen in 3D zu modellieren. Dabei auch nicht nur in der Grundpose, die dann in das sogenannte „Rigging“, dem technischen Grundmodell führt, sondern gleich in unterschiedlichen Shapes und Gesichtsausdrücken.


Dann wurde von unserem Senior Animator, Walter Volbers, ein neues Animations-Rig entworfen in dem meine Shapes verbaut wurden. 

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Dieser Prozess des dreidimensionalen Reinzeichnens in Blackbox dauerte ungefähr zwei Wochen.


Dann hat mein Partner Timm Osterhold mit dem Mug rumexperimentiert und auch einige schöne 3D-Posen erstellt.



Und wie kam der Gesichtsausdruck mit dem aufgerissenen Mund zustande?

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Im 3D-Programm habe ich eben auch ein AAAAAAHHHHHRG! gemacht, was ich super funny fand. Wie oben schon erwähnt ist das einer der ungefähr 30 Animations-Shapes aus dem sich der Charakter in seinem technischen Setup zusammensetzt.


Diesen Shape habe ich dann später auf unserem damaligen 3D-Drucker mal ausgedruckt, weil ich sehen wollte, wie er so in Echt kommt. Also eher eine rein neugierige und kreative Blüte, als Seitenprodukt des Mug-Projekts.


Aber dies ist natürlich ein sehr extremer Gesichtsausdruck, der sich schwer mit anderen mischen lassen wird, aber er ist auch kennzeichnend für seinen expressiven Charakter, den er bekommen soll.

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Insgesamt ist der Charakter der Becher sehr markant. Wie kam die Ästhetik der Becher zustande, die ja um einiges expressiver ist als die Schalen?


​​​​​​​Wie schon erwähnt wollte ich einen Gegenpol zu den bisherigen Tassen schaffen. So etwas wie eine andere Spezies in dem gleichen Universum. Das Gemeinsame sind die Bögen im Porzellan, sowie das Material selbst. Somit werden wir coole Witze mit den neuen Mugs erzählen können und auch einen Grundstein legen, den Humor weiter zu entwickeln und andere Facetten zu schaffen.


Was meinst du sagen die Leute, wenn man mit so einer Tasse zum Bäcker oder ins Café geht und sie sich vollschenken lässt? Das sorgt bestimmt für Gespräche…


Auf jeden Fall! Generell glaube ich ja, dass unsere Porzellanprodukte immer ein Kommunikationsstartpunkt sein können. Schließlich ist das der Kern unseres Porzellans: Leute zusammenzubringen! Miteinander zu kommunizieren und die Leute im besten Fall zum lachen oder schmunzeln zu bringen.

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