Artist Profile: Andreas Pistner aka der Bärbel

Artist Profile: Andreas Pistner aka der Bärbel

58A: Als Du das erste mal einer Radierung begegnet bist: war das Liebe auf den ersten Blick?
 
Andreas Pistner: Ja, kann man schon so sagen. Der Geruch war besonders geil. Obwohl ich immer wieder gemerkt habe das die Bezeichnung
Radierung bei den meisten Leuten ein etwas schräges bzw. falsches Bild aufwirft. Den Leuten gegenüber sag ich dann immer: ich mach Kupfertattoos -and i´m lovin´ it.
 
 
58A: Radierungen sind allein materiell gesehen ein ziemlich Aufriss. Wie lange brauchst Du ungefähr, bis Du den ersten eigenen Druck in der Hand hälst? (Inklusive Schlafen und auf's Klo gehen)
 
Andreas Pistner: Ewig und drei Tage. Grob umgerechnet immer drei so lang, als würde man es einfach mit Stift oder Tusche machen. Wenn es eine Aquatinta Radierung ist, nochmal plus ein Tag. Pro Druck dann ungefähr ne Stunde, da es ja eine Tiefdrucktechnik ist. Aber die Zeit rechnet sich natürlich hinten raus, da es ja dann mehrere Originale gibt. Dazu kommt noch das ich sehr viel Schlafe und sehr oft auf´s Klo gehe, allerdings abwechselnd.
 
58A: Wenn man Deine Bilder anschaut, erkennt man Deinen unverkennbaren Wiedererkennungswert. Gibt es eine Technik, die Du noch nicht ausprobiert hast, die Dich sehr reizt?
 
Andreas Pistner: Da gibt es noch einige - die Radierung will ich schon immer beibehalten, und auch innerhalb von dem Medium noch herumexperimentieren. Farbradierungen oder "verni mou" Technik (gröbere schnellere Radierung durch Wachsbeschichtung). Aber ich will auch mal wieder mit Pinsel und Farben herumhantieren und wenn es die Zeit und das Geld erlauben, riesige Wände malen, mit Dosen dann natürlich.
 
58A: Wenn Du die Zeichnerei nicht gefunden hättest, bzw. umgekehrt, wofür schlägt Dein Herz noch?
 
Andreas Pistner: Graffiti und Rock´n Roll
 
58A: Erklär' noch einmal kurz etwas zur Hessischen Staats...
 
Andreas Pistner: Wir sind ja nicht die offiziell gewählte Regierung Hessens, aber als junge Prinzen der Staatshauptstadt fühlten wir uns verpflichtet
den egoistischen Kulturstaat auszurufen und die erschreckenderweise fehlende Staahaatsgalerie zu kreieren. Wir sind aber sehr exklusiv und dazu noch familiär. Unsere Hauptzielgruppen sind französische Liberetines aus den 20ér Jahren, mexikanische Bohnenbauern die Söhne haben welche auf den Namen Raoul hören und natürlich diese kleinen japanischen Mädchen die sich wie Ihre Comics anziehen. Zudem agieren wir auch oft unt dem HSG Pseudonym, was neben HessischeStaatsGalerie auch HängerSplitterGruppe, HeckSpoilerGesellen, HodenSchwerGewichtler oder der HermetischeSchreberGarten bedeutet.
 
58A: Ein Künstler braucht ein inspirierendes Umfeld. Reicht Dir Wiesbaden?
 
Andreas Pistner: Uh - nee! Ich mein ich hab mich in Wiesbaden ein wenig festgesaugt, aber ich geh jedes Jahr auf Inspirationstouren.
Würzburg, Berlin, Hamburg, München, Wien, u.s.w.. Würzburg ist wichtig, weil da mein kreativer Ursprung liegt.
Wien ist einfach nur "leiwand"! Ansonsten natürlich weiter weg wenn´s geht...
 
58A: Andere Frage: Schnitzel mit Bratkartoffeln oder Tabuleh mit viel Petersilie?
 
Andreas Pistner: Scha-nitzel natrürlemo´!
 
58A: Den Weltfrieden außer Acht gelassen, was ist ein großer Wunsch von Dir?
 
Andreas Pistner: Den Weltfrieden nicht außer acht zu lassen, und dann drei weitere Wünsche...
 
58A: Und noch was Anderes: Was ist Deine nächste Anschaffung?
 
Andreas Pistner: Crack oder ne Eiswürfelsammlung, oder endlich mal nen künstlichen Blinddarm. Vielleicht auch einen bionischen Arm oder dieses ganze andere Zeug das man hier auf der Seite kaufen kann...
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