Wie funktioniert Computeranimation?

Wie funktioniert Computeranimation?

Unsere beliebten TASSEN Filme werden von FIFTYEIGHT ANIMATION produziert. Hier ein kleiner Blick hinter die Kulissen...
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Zugegeben, es ist ein langer Weg bis einer unserer Tassen Filme fertig ist:
Abgesehen von der Konzeption des Witzes und den Tonaufnahmen muß man ersteinmal ein virtuelles 3D-modell modellieren.
Hier sprechen wir von der ersten Disziplin in der Computeranimation, dem MODELLING.


Ersteinmal muß ein Design vorliegen. Dieses Design bestimmt, aus welchem der geometrischen Grundkörper die Figur virtuell modelliert wird.
Ab diesem Moment werden dann immer wieder Linien eingefügt, verschoben oder gelöscht. Solange bis das Ergebnis in der grauen Voransicht gut aussieht.
Diese Voransicht nennen wir lapidar "GL", abgeleitet von dem Wort "Open GL" was die grafische Standard-darstellung von Grafikkarten in Computer ist.
Zu diesem Zeitpunkt spielt der finale Look und die damit verbundene Bildqualität keine Rolle.

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Ist das MODELLING abgeschlossen beginnen zwei simultan ablaufende Prozesse:

Das SHADING und das RIGGING.

SHADING bedeutet auf deutsch SCHATTIERUNG. In diesem Prozess werden die Oberflächen mit Materialitäten versehen und Texturen vergeben.
Diese Disziplin entscheidet maßgeblich über den Look und die optische Qualität der Animation. Porzellan ist zum Beispiel ein ziemlich interessantes Material: beinhaltet es doch mattes, leicht transluzentes Porzellan kombiniert mit einer stark reflektierenden und zugleich transparenten Glasur. Das SHADING ist aber auch die Vorbereitung zum RENDERING und der damit verbundenen POSTPRODUKTION.

Im RIGGING wird das Gittermodell mit einem Animations-skelett versehen. Es werden also Knochen eingebaut an denen die Figur gewegt werden kann.
Hinzukommen sogenannte "Shapes", Gesichtsaudrücke, die im RIGGING mit Reglern versehen werden, die man ineinandermischen kann, um verschiedene
Nuancen aus dem 3D-Model herauszuarbeiten. Dieses geriggte 3Dmodell geht nun weiter zu Demjenigen, der dieses Skelett bewegt: Dem Animator.

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Wenn wir von ANIMATION sprechen, dann reden wir von der Disziplin ANIMATION, nämlich wie etwas animiert/bewegt wurde. Ein Animator ersetzt in der Computeranimation den Schauspieler. Er ist derjenige, der dem Skelett das Leben einhaucht, der dem Skelett einen ernsten oder auch einen lustigen Charakter verleiht. Uns bei FIFTYEIGHT ist es wichtig, den Betrachter genau auch in dieser Disziplin zu berühren. Wenn etwas ohne Seele animiert wurde, dann bringt Einem auch der beste Look nichts.

Ist die Figur animiert und die Szene vom Shading-Artist eingeleuchtet, beginnt das RENDERING. Für eine Sekunde eines Filmes braucht es viele einzelne Bilder um eine Bewegung darzustellen.


Dies ist der Prozess, in dem viele Computer mit vielen Prozessoren in einem sehr stark gekühltem Raum die Bilder berechnen. Der allgemein gängige Standard liegt bei 25 Einzelbildern pro Sekunde. Diese Einzelbilder nennen wir FRAMES. Jeder einzelne Frame widerum besteht in komplexen Szenen aus bis zu 10 PASSES.
Anhand dieser Passes kann man später mit Maskierungen in der POSTPRODUKTION bestimmte Objekte im Film stärker oder weniger reflektieren lassen,
Bewegungsunschärken einstellen, Farben verändern, heller oder dunkler stellen, etc.

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In der POSTPRODUKTION kurz "Post" genannt werden all diese Einstellungen mit dem Regisseur und dem Shading-Artist vorgenommen.
Die Postproduktion arbeitet ebenfalls eng mit dem Shading-Artist zusammen, in häufigen Fällen ist es sogar dieselbe Person.

Besteht ein Film nur aus einer Einstellung muß nur noch der Ton angelegt werden, in einem richtigem Film mit mehreren Einstellungen werden nun die Bildsequenzen aneinandergelegt, bzw geschnitten.
Diese Bildsquenzen nennen wir SHOTS, welche im EDIT zusammengefügt werden.
Der Edit ist der Schnitt; von hieraus werden dann die Auspielungen vorgenommen und ggf auf Kasetten überspielt oder einfach nur noch hochgeladen.

So. Klingt nach einem großen Aufwand! - Ist es auch:)
Aber es macht Spaß und wenn wir dann auch noch so nettes Feedback auf unsere Arbeiten, wie beispielsweise bei den Tassen bekommen dann hat sich der Aufwand doch gelohnt!

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